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Text & Fotos: Günter Kast

Zoom: Bär-Watch statt Baywatch
Zoom: Traumhafte Landschaft auf Spitzbergen. Nur der Wind kann einem ordentlich zu schaffen machen.
Zoom: Die Abfahrten in den unberührten Hängen sind mehr als ausreichende Belohnung für die Strapazen.
Zoom: Bär-Watch statt Baywatch

Einsame Skitouren am Ende der Welt: Auf Spitzbegen, der nördlichsten Wildnis Europas, wohnt das Abenteuer - und auch der eine oder andere Eisbär.

Da! Etwas weisses mit Pelz! Damit hatten wir nicht gerechnet, dass sie uns schon bei der Motorschlitten-Anfahrt zu unserer Expedition in einen fiesen Hinterhalt locken würden. Was für eine Ouvertüre! Aber es gibt keinen Zweifel: An den Bergflanken links oder rechts tauchen immer mehr dieser Bestien auf. Drei. Acht. Ein ganzes Dutzend. Mit Jungen! Invasion der Killer-Eisbären und wir haben nur wenige Schuss Munition dabei! Adrenalinspiegel steigt, der Puls rast - bis einer der Schneemobil-Fahrer gelangweilt sagt: "Es sind Rentiere." Etwas beschämt ziehen wir den Kopf ein. Kann ja mal passieren, als Tourist in der Aufregung. Man hat vorab so viel gelesen über die stolzen Herrscher der Arktis. Ausserdem sehen Spitzbergen-Rentiere mit ihrem dichten Fell und den kurzen, stämmigen Beinen für mich tatsächlich ein bisschen "bärig" aus.

Ich muss schmunzeln, als ich mir diese Episode in Erinnerung rufe. Acht Tage ist das jetzt her. Acht Tage, vollgepackt mit Erlebnissen. Die erwartungsvolle Nervosität am Anfang ist einer grossen Ruhe und Ausgeglichenheit gewichen. Wir haben gelernt: Stille und Einsamkeit, aber auch fauchende
Stürme sind wesentlich treuere Begleiter bei der Suche nach den schönsten Skitouren auf Spitz-
bergen als Eisbären.

Zoom: Mit dem Motorschlitten geht es nur zu Beginn der Tour. Danach heisst es selbst schleppen.
Zoom: Für einen halbwegs erholsamen Schlaf sind die Schneewände rund um die Zelte Grundvoraussetzung.
Zoom: Martin bereitet eine seiner sternenverdächtigen Mahlzeiten zu. Ohne Induktionsherd und Thermomix.
Zoom: Mit dem Motorschlitten geht es nur zu Beginn der Tour. Danach heisst es selbst schleppen.

Bärenwache bei minus 15 Grad

Vorsichtig waren wir trotzdem. Denn es gibt tatsächlich mehr Bären als Menschen auf Svalbard, dem von Norwegen verwalteten Archipel im Arktischen Ozean, der im Deutschen nach der Hauptinsel Spitzbergen benannt ist. Also haben wir brav mit unseren Trillerpfeifen geübt, die die Bären ver-
treiben sollen. Wir haben in mühsamer Tüftelei Bären-Warnzäune um unser Camp gezogen und die Verpflegung weit entfernt von unseren Schlafplätzen deponiert. Ausserdem hatten wir Gewehr und Schreckschusspistole immer griffbereit.

Bei der Durchquerung des Atomfjella, des Herzstücks Spitzbergens mit seinen wilden, steil aufragenden Granitbergen, mit Ski und Pulka bestand jedoch wenig Gefahr, auf die weissen Riesen zu treffen. Sie kommen hier nur vorbei, wenn sie die Insel durchwandern, was aber nur selten geschieht. Doch hier, am Ufer des zugefrorenen Austfjorden, könnten wir tatsächlich Bären begegnen. Denn hier gibt es Robben, ihre Leibspeise. Also teilen wir Nachtwachen ein. Jeder muss eine Stunde lang ran...

Zoom: Traumhafte Landschaften in Spitzbergen. Nur der Wind kann einem ordentlich zu schaffen machen.
Zoom: Der unwiderlegbare Beweis, dass in Spitzbergen Eisbären unterwegs sind. Und das oft auch in der Nähe von Menschen.
Zoom: Bei so einem Untergrund wird der Pulka zu einer noch grösseren Belastung.
Zoom: Traumhafte Landschaften in Spitzbergen. Nur der Wind kann einem ordentlich zu schaffen machen.

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